Zum Ableben der Queen: Verlängerte ZIB um 13.00h, danach ab 13.25h 'Aktuell nach eins' auf knapp eine Stunde verlängert, ORF2
Wie hoch und über wie viele Grenzen reichend das Ansehen der Queen ist, zeigte sich in den Würdigungen: Nicht nur westliche Staats- und Regierungschefs, sondern auch der russische Präsident Wladimir Putin würdigten die im Alter von 96 Jahren Verstorbene.
Generationen von Menschen wuchsen mit der Queen als beständige Figur auf der Weltbühne auf, während Päpste, US-Präsidenten, KPdSU-Generalsekretäre, Künstlerinnen und Sportler kamen und gingen. Allein diese Kontinuität machte Elizabeth zu einer außergewöhnlichen Person und Figur. Elizabeths Sohn, der nunmehrige König Charles III., sprach von einem „Moment größter Trauer“, und würdigte sie als „geschätzten Souverän“ und „vielgeliebte Mutter“. Im offiziellen Statement hieß es, die Queen sei friedlich gestorben. Todesursache wurde keine genannt. „Ein langes Leben, geprägt von Pflichtbewusstsein“, würdigte die britische BBC die Monarchin.Premierwechsel als letzte Amtshandlung Erst am Dienstag hatte die neue britische Premierministerin Liz Truss ihren Antrittsbesuch bei der Queen absolviert. Elizabeth II. wurde 1952 zur Königin gekrönt. Im Juni feierte sie ihr 70-jähriges Thronjubiläum. Während ihrer Regentschaft hatte Großbritannien 15 Regierungschefinnen und -chefs. Am Donnerstag reisten die vier Kinder der Queen nach Balmoral an. „Nach einer weiteren Bewertung heute Früh sind die Ärzte der Königin besorgt um die Gesundheit Ihrer Majestät und haben empfohlen, dass sie unter medizinischer Beobachtung bleibt“, hatte ein Palastsprecher zuvor mitgeteilt.Elizabeth II. war die längstdienende Monarchin der britischen Geschichte, mehr als 70 Jahre war sie auf dem Thron.Als Elizabeth Alexandra Mary, genannt „Lilibet“, am 21. April 1926 geboren wurde, standen ihre Chancen auf den Einzug in den Buckingham-Palast schlecht. Sie war die Dritte in der Thronfolge nach ihrem Onkel Edward und ihrem Vater. Doch Edward VIII. dankte als König ab, um die geschiedene US-Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können. Sein Nachfolger wurde Elizabeths Vater Albert als George VI.Die spätere Queen Elizabeth im Alter von acht Jahren – zwei Jahre bevor ihr Onkel abdankte, ihr Vater den Thron bestieg und sie zur Thronfolgerin wurde1940 hielt die 14-jährige Elizabeth in der Sendung „Children’s Hour“ der BBC ihre erste RundfunkanspracheSchon mit 13 Jahren soll sich Elizabeth in ihren späteren Mann, Prinz Philip, verliebt haben – mit 21 Jahren heiratete sie ihn in Westminster AbbeyAm 6. Februar 1952 bestieg Elizabeth den Thron. Die offizielle Krönung fand am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt und war die erste, die im Fernsehen übertragen wurde.Zumindest nach außen hin schien die Welt im Königshaus in den frühen 1990ern perfekt: Mit seiner damaligen Ehefrau, Prinzessin Diana, bekam Thronfolger Prinz Charles zwei Söhne. Wenig später wurde bekannt, wie unglücklich die Ehe war, bevor sie zerbrach.Bei ihrer Thronbesteigung war Winston Churchill Premierminister von Großbritannien. Er kannte sie schon als kleines Kind und sagte damals, sie sei eine Persönlichkeit und strahle Autorität und Nachdenklichkeit aus, was für ein Kind erstaunlich sei.Obwohl sich die Queen offiziell nicht zu politischen Themen äußerte, berichteten Medien über ihre Unzufriedenheit mit Margaret Thatchers Wirtschaftspolitik. Thatcher dementierte später ein kolportiertes Zerwürfnis und äußerte Bewunderung für Elizabeth.Als nominelles Oberhaupt der Church of England unterstützte sie den interreligiösen Dialog und traf im Laufe ihres Lebens drei Päpste: Johannes XXIII., Johannes Paul II. und Benedikt XVIBoris Johnson war der 14. Premierminister, mit dem Elizabeth wöchentlich die aktuellen Themen erörterteWährend ihrer Regentschaft erlebte Queen Elizabeth 14 US-Präsidenten. Viele davon traf sie – wie Barack Obama – persönlich.APA/AFP/Steve Parsons Ab 1952 wandte sich Queen Elizabeth jedes Jahr am 25. Dezember in einer Weihnachtsansprache an ihr VolkJedes Jahr verlas die Königin die vom Premierminister geschriebene Thronrede – das Regierungsprogramm – im ParlamentWährend des ersten Lockdowns sprach Elizabeth ihren Untertaninnen und Untertanen per Anzeigetafel Mut zuBis ins hohe Alter hoch zu Ross: Mit 94 Jahren zeigte sich die Königin beim Ausritt in ihren Gärten in WindsorBeim Abschied von ihrem Prinzgemahl saß Elizabeth mit etwas Abstand zu ihren Kindern und Enkeln ganz vorn in der Kirche – wegen der CoV-Beschränkungen war alles verboten, was zu größeren Menschenansammlungen führen könnteGemeinsam mit ihrem Sohn Prinz Charles pflanzte Königin Elizabeth II. im Oktober 2021 einen Baum – als Auftakt zum 70-Jahre-ThronjubiläumAuch nach dem Tod ihres Mannes und während der Pandemie absolvierte Queen Elizabeth Repräsentationspflichten – wie im Juni 2021 beim G-7-Gipfel in CornwallDas Verhältnis von Meghan und Prinz Harry zur königlichen Familie galt seit dem Rückzug des Paares in die USA als belastetKönigin Elizabeth mit ihren Enkelsöhnen und deren Ehefrauen: Prinz Harry mit Meghan und Prinz William mit KateAnfang Juni feierte Elizabeth II. ihr 70. Thronjubiläum – einem Großteil der Feierlichkeiten blieb sie aus gesundheitlichen Gründen fern, zum Abschluss zeigte sich zur Überraschung vieler dann doch auf dem Balkon von Buckingham PalaceDie letzte Amtshandlung: Zwei Tage vor ihrem Tod ernennt die Queen Liz Truss zur neuen Premierministerin Bereits 1947 in einer Rede zu ihrem 21. Geburtstag gab sie den Briten und Britinnen ein Versprechen: „Mein ganzes Leben, sei es kurz oder lang, werde ich in euren Dienst stellen.“ Am 20. November 1947 heiratete die damalige Kronprinzessin Elizabeth in der Londoner Westminster Abbey ihren Cousin dritten Grades, den Marineoffizier Philip Mountbatten, zuvor Prinz Philipp von Griechenland aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, der unter dem Namen Mountbatten – seine Mutter Alice war eine Prinzessin von Battenberg – in England eingebürgert wurde.Mit dem Tod von Queen Elizabeth II. ist die Operation „London Bridge“ in Kraft getreten. Dabei folgen alle Schritte bis zum Begräbnis der Königin einem minutiösen Protokoll.Nach der Eheschließung erhielt er die Titel Herzog von Edinburgh, Graf von Merioneth und Baron Greenwich mit der Anrede „Königliche Hoheit“. Die künftige Königin und ihr Mann waren beide Ururenkel von Königin Victoria. Die Ehe hielt bis zu Philips Tod am 9. April 2021.Als Elizabeths Vater, George VI., am 6. Februar 1952 starb, wurde Elizabeth im Alter von 25 Jahren Königin. Die Krönung fand erst im Jahr darauf – am 2. Juni 1953 – in der Londoner Westminster Abbey statt und wurde auch im Fernsehen gezeigt. Sie gilt als eines der ersten globalen Medienevents, teils kauften sich Menschen extra TV-Geräte, um bei der Krönung quasi dabei zu sein. Thronfolger Charles wurde 1948 geboren. Insgesamt hatte das Ehepaar vier Kinder, eben Charles, Anne, Andrew und Edward. 1969 erhielt Charles schließlich den Titel Prince of Wales, der traditionell dem Erben der Krone – sofern er der älteste Sohn des regierenden Monarchen bzw. der Monarchin ist – vorbehalten ist. 1981 heiratete schließlich Prinz Charles Lady Diana Spencer, Tochter des achten Grafen Spencer. Das Ehepaar bekam zwei Söhne: Prinz William wurde 1982 geboren und Henry, genannt Harry, 1984.1992 war ein „annus horribilis“ für die Queen: Nach einer Serie von Skandalen und dem Scheitern der Ehen von dreien ihrer vier Kinder – Charles trennte sich von Diana, und auch Anne und Andrew beendeten ihre Beziehungen – räumte sie erstmals schwierige Zeiten im Königshaus ein. Im November gingen schließlich auch noch Teile von Schloss Windsor in Flammen auf. 1997 starb Prinzessin Diana 36-jährig bei einem Autounfall in Paris. 2002 starb die Königinmutter, „Queen Mum“, 101-jährig. Kurz vor ihr starb auch Elizabeths jüngere Schwester Prinzessin Margaret mit 71 Jahren.Doch auch fröhlichere Zeiten kamen wieder. So beging sie 2002 ihr goldenes Thronjubiläum mit viertägigen Feierlichkeiten. Am 9. April 2005 heiratete Charles seine Langzeitliebe, offenbar seit Jugendjahren, Camilla Parker-Bowles, die den Titel Herzogin von Cornwall erhielt. Am 20. November 2007 feierten Elizabeth und Prinz Philip ihre diamantene Hochzeit. Am 29. April 2011 heiratete Prinz William, Nummer zwei in der britischen Thronfolge nach Charles, die Bürgerliche Kate Middleton, nunmehr Herzogin von Cambridge. Das Paar hat inzwischen drei Kinder. 2012 beging Elizabeth ihr diamantenes Thronjubiläum – als erst zweite britische Monarchin nach Königin Victoria.Unzählige Termine hatte die Queen in all den Jahren ihrer Amtszeit absolviert, oft wirken ihre Gesichtszüge wie eingefroren. Denn als Königin musste sie sich unter Kontrolle haben und durfte keine Gefühle zeigen. Das scheint selbst im Privaten zu gelten, auch gegenüber ihren Kindern Charles, Anne, Andrew und Edward. Thronfolger Charles beschwerte sich einmal bitterlich darüber, dass er von seiner Mutter nie wirkliche Zuneigung erfahren und eine „elende Kindheit“ erlebt habe. Nur zweimal am Tag sei er als Kind zu seiner Mutter vorgelassen worden, verabschieden musste er sich mit einem Diener.Charles war mit seiner Kritik an fehlenden ausgedrückten Emotionen nicht allein. „Mehr Gefühl“ hätte sich das Volk beispielsweise von seiner Regentin erwartet, als diese 1997 äußerlich ungerührt den Tod ihrer Ex-Schwiegertochter Prinzessin Diana hinnahm. Erst als Hunderttausende auf der Straße um ihre „Königin der Herzen“ trauerten, rang sich Elizabeth zu einer Fernsehansprache durch – und hatte dabei Mühe, den richtigen Ton zu treffen. Viele Briten und Britinnen sahen allerdings später gerade in der stoischen Pflichterfüllung eine der positiven Eigenschaften ihrer Königin. Das Emotionale überließ sie lieber ihren Enkelkindern und Urenkeln. Vor allem die Hochzeit von Prinz William und Kate sowie die Geburt deren Kinder ließ die Britinnen und Briten jubilieren.Der ORF ändert in memoriam Queen Elizabeth sein Programm und widmet sich ausführlich dem Leben der Queen und den Geschehnissen nach ihrem Tod – mehr dazu inFür Aufregung in der Boulevardpresse sorgte die Heirat von Elizabeths Enkelsohn Prinz Harry mit der bürgerlichen Schauspielerin Meghan Markle. Der Herzog und die Herzogin von Sussex, wie die beiden in Großbritannien genannt werden, hatten sich aus dem engeren Kreis der Royals zurückgezogen, um finanziell unabhängig zu werden und sich dem Fokus der Boulevardmedien zu entziehen. Sie verlegten ihren Lebensmittelpunkt zudem in den US-Staat Kalifornien. In Interviews kritisierten sie die royale Familie oftmals schwer – unter anderem auch mit nicht näher spezifizierten Rassismusvorwürfen, von denen sie die Queen explizit ausnahmen.Die jungen Prinzen und ihre Ehefrauen sorgten für frischen Wind im Königshaus, nicht immer zur Freude ihrer Großmutter Die meisten Britinnen und Briten können sich heute wohl an keinen anderen Monarchen als Elizabeth II. erinnern. 15 Premierministerinnen und -minister haben unter ihr gedient – von Winston Churchill bis zur derzeitigen Amtsinhaberin Truss. Tony Blair war der erste Regierungschef, der unter ihrer Regentschaft geboren wurde – im Mai 1953, rund einen Monat vor der Krönung.Als Elizabeth Königin wurde, sah die Landkarte der Länder, über die sie regieren sollte, noch anders aus als jetzt. Doch auch die Queen war nicht nur Königin Großbritanniens, sondern Staatsoberhaupt von insgesamt 16 Staaten, darunter Australien, Kanada und Neuseeland, die Bahamas und Jamaika.Die Nachricht über den Tod der britischen Königin Elizabeth II. hat auch im asiatisch-pazifischen Raum große Trauer ausgelöst. Vielerorts gedenkt man der langjährigen Monarchin und würdigt sie mit Blumenmeeren und Fahnen auf halbmast. Ihr zu Ehren wurde auf Neuseeland auch der traditionelle Maori-Tanz Haka aufgeführt.Sie war außerdem Oberhaupt des Staatenbundes Commonwealth, dem über 50 Länder angehören, mehrheitlich ehemalige britische Hoheitsgebiete. Elizabeth erlebte den Zweiten Weltkrieg, den Zerfall des britischen Weltreichs und den Kalten Krieg. Im Laufe ihrer langen Regentschaft hatte sie auch unzählige Reisen und Dutzende Staatsbesuche absolviert – einen davon auch in Österreich, wo sie im Mai 1969 sechs Tage verbrachte.
